Grünes Wohnen in der Flussaue
„Strahlend und bunt“ soll die Zukunft der Unteren Rotmainaue sein – so will es die GEWOG Bayreuth. „Strahlend und bunt“ wird die Zukunft der Unteren Rotmainaue sein – sollte unser Konzept die Jury überzeugen. Ein Konzept, das die Gebäude des 1. Bauabschnitts zu einem räumlich abwechslungsreichen Gefüge integriert und steten Kontakt zu den Rotmainauen bietet.
Leitidee:
Unser Entwurf umfasst insgesamt 96 Wohnmodule unterschiedlicher Größe, die zu zwölf Wohnzeilen, zu sechs Wohngebäuden und zu drei Wohngruppen zusammengefasst werden. Eine Reihe von ebenso vielgestaltigen wie abwechslungsreichen Freiräumen strukturieren und gliedern die neue Wohnanlage und garantieren darüber hinaus als räumlich definierte Abfolge die Durchlässigkeit zum Naturraum der Rotmainauen. Ein fünfgeschossiger Wohnturm mit Gemeinschaftsraum im Erd- und Dachterrasse im fünften Geschoß öffnet sich zu einem Quartiersplatz, stellt den Höhe- und zugleich den Identifikationspunkt der Neubebauung dar und bildet gleichzeitig das städtebauliche Gelenk zur benachbarten Maintalbebauung.
Städtebauliches-architektonisches Konzept:
Im geplanten Quartiersplatz mit seinem nahezu quadratischen Wohnturm kulminieren zwei unterschiedliche städtebauliche Strukturen: Während die sechs Gebäude des 1. Bauabschnitts annähernd parallel zur Erschließungsstraße platziert wurden, positionieren sich die Wohnzeilen des 2. BA rechtwinklig dazu. Wie in einem Call-and-Response-Schema antworten die Wohnzeilen angemessen auf ihr Gegenüber, verdichten und erweitern Räume, verzahnen und geben Weite und lösen auf. Geschaffen wird eine Vielzahl an Schwellen und Übergänge unterschiedlicher Öffentlichkeit, die Bewohner und deren Gäste abholen und zur gesuchten Adresse führen, dabei Kommunikation ermöglichen, aber nicht erzwingen. Die Zeilenstruktur erlaubt darüber hinaus, beide Bauabschnitte als räumlich definierte Abfolge mit dem umgebenden Grünraum zu verknüpfen, Aus- und Durchblicke zu gewähren, neugeschaffenes mit Bestands-Grün zu verweben.
Funktionelles Konzept:
Als Reaktion auf das Gegenüber ist auch im 2. Bauabschnitt das Gebäude die Basis. Ein Gebäude, das sich aus zwei Zeilen zusammensetzt, die mit einem offenen, mittig positionierten Treppenhaus verbunden sind. Die linke Wohnzeile setzt sich dabei immer aus einer Drei- und einer Vier-Zimmer-Wohnung zusammen, während zwei Zwei-Zimmer-Wohnungen und eine Drei-Zimmer-Wohnung die rechte Wohnzeile bilden. Die Wohnungen als solches sind in eine Haupt- und Nebenraumzone aufgeteilt, wobei letztere stets am Treppenhaus angesiedelt ist. Zur Raumbildung eingesetzte Kellerersatzräume und filigrane Terrassen bieten entlang der Hauptraumzone intimere Freibereiche. In den barrierefreien Erdgeschossen sind die Freibereiche als Mietergärten ausgebildet, die als eigenständige Stahlkonstruktionen ausgeführten Terrassen sind bei den größeren Wohnungen über Eck oder bei den kleineren Wohnungen parallel zur Hauptraumzone angeordnet. Zur Konfliktreduzierung ist in den größeren Wohnungen das Wohnzimmer mit offenem Küchen-Esszimmer-Bereich stets am Ende des Flures platziert: Die Individualzimmer sind so unabhängig vom Wohnzimmer erreichbar.
Freiraumplanung
Ein differenziertes Gefüge aus abgestuften Grün- und Freiräumen ermöglicht Intimität und Kommunikation, Privatheit und Öffentlichkeit. Und es ermöglicht für die Gebäude des 1. BA die Durchlässigkeit zur Rotmainaue. Zwischen den drei Wohngruppen wird jeweils eine begrünte Wegeverbindung zur Aue und zum Mainradweg geschaffen. Die Stellplätze sind als Senkrechtparker zur Erschließungsstraße angeordnet, wobei die Stellplatzbuchten mit Rasengitter begrünt werden.
Konstruktiv- wirtschaftliches Konzept und Ökologie
Vorgeschlagen wird für die Wohnzeilen ein Holzbau. Nicht nur aus Kosten-, sondern aus Gründen der Verzahnung mit dem naturräumlichen Kontext. Denkbar ist eine vorgefertigte Holzrahmenbauweise mit hoher Dämmung und –des thermischen Komforts halber – Holz-Stahlbeton Verbunddecken. Wie für die Terrassen so werden auch für die Treppenhäuser separat gestellte Stahlkonstruktionen vorgeschlagen, die als überdachter Kaltraum ausgeführt sind. Möglich wäre auch, hier beispielsweise eine Faserzementplatte anzubringen, die als Farbfleck die Farbe des gegenüberliegenden Gebäudes aus dem 1. BA aufnimmt. Im Quartiersturm befindet sich die Technikzentrale für die neugeschaffenen Wohneinheiten. Vorgeschlagen wird ein Nahwärmekonzept mit Hackschnitzel-Heizung.
„Bunt‘“ übersetzt unser Entwurf mit „vielgestaltig“, damit das in diesem Sinne entstehende Raumgefüge ein ästhetisch reichhaltiges Erleben in der Verknüpfung mit der Rotmainaue bietet.